Statt eines Vorworts

While riding on a train goin’ west
I fell asleep for to take my rest
I dreamed a dream that made me sad
Concerning myself and the first few friends I had...

How many a year has passed and gone
And many a gamble has been lost and won
And many a road taken by many a friend
And each one I’ve never seen again

I wish, I wish, I wish in vain
That we could sit simply in that room again
Ten thousand dollars at the drop of a hat
I’d give it all gladly if our lives could be like that
Bob Dylan's Dream, 1964

Sonntag, 8. Juli 2012

Song Factory - Was soll das?

Der Titel ist Programm
Song Factory ist der Titel für ein neues, altes Projekt, wie es sie schon zahlreich im Netz gibt und wie es sie dennoch - meiner Meinung - nach noch zu wenig gibt. Musik ist seit vielen Jahren ein wesentlicher Bestandteil der Pop - Kultur und hat unzählige Leben, unzählige Situationen, unvorstellbar viele Erfahrungen beeinflusst, geprägt, ermöglicht. Vor diesem Hintergrund interessieren mich die tatsächlichen Gehalte der Songs, über die wir in den letzten 50 Jahren so oft gesprochen haben und die wir heutzutage als Ausdruck unserer Sympathie oder mehr anderen auf CD brennen, in die Dropbox stellen oder auch auf Youtube hochladen. Was ist es denn eigentlich wirklich, was der Künstler uns da anbietet? Was sagt er tatsächlich? Woran arbeitet er sich tatsächlich ab, wenn er über Liebe und Verlangen, Abschied und Verlassen singt? Dies wird in den letzten Jahren zudem immer spannender, weil sich die populäre Musik in dem Tempo wie ihre Protagonisten in die Jahre kommen verändert, zumindest aber erweitert hat.



Erweitert in dem Sinne, dass andere Themen als die Beziehungsdramen der Jugend, die Entwicklunskonflikte der Junioren oder die Einsamkeitshymnen der coolen Einzelgänger hinzugekommen sind. Rückblicke auf ein langes (!) Leben, die Lebensbilanz, Abrechnungen mit sich selbst, Erfahrungen, die weiter gegeben werden, Schlüsse, die aus all dem gezogen werden, komplettieren das Programm der Pop - und Rockmusik. Zum Glück tun sie das, weil nur so bleibt es interessant, vielleicht sogar wichtig, sich damit zu beschäftigen. Ich nutze hier vor allem die Technik der Interpretation, die sich um die immanenten Elemente eines Textes drehen. Der Text soll auf seine eigene sprachliche Kraft und Überzeugungsfähigkeit abgeklopft werden, nicht, zumindest nicht in erster Linie, auf die Vermarktungsstrategien und zeitgeschichtlichen Strömungen, die aus einem eher schwachen Text einen wichtigen machen können oder die aus einer einzigen Zeile eine Parole machen.

Obendrein wird hier in keiner Zeile der Versuch gemacht, den Eindruck zu erwecken, dies sei eine Untersuchung, die wissenschaftlichen Qualitatsmassstäben entspräche, das tut sie nicht und das weiß sie auch. Vielmehr nimmt sie den Ball der spielerischen Selbstverständlichkeit der Pop-Kultur auf und beschäftigt sich ernsthaft mit ihm, ist aber dann wahrscheinlich dem Pop selbst näher als der Wissenschaft. Andere nennen das vielleicht Pop-Feuilleton oder Journalismus, was der Sache sicher auch durchaus nahe käme. "Grau ist alle Theorie. Wichtig ist auf'm Platz," hat ein wichtiger Vertreter des Fussball-Pop einmal gemutmaßt. Und ich stimme dem ausdrücklich zu.
Also lasst die Spiele beginnen, mehr Theorie verträgt ein ordentlicher Pop- oder Rocksong eh nicht.

Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen